Grether Ost

Schon die Altvorderen wussten: Im Osten geht die Sonne auf. Und so ist Grether Ost denn das Größte geworden – oder zumindest das größte der drei Grether-Projekte. Auch wenn aus den alten Fabrikhallen erstmal tonnenweise der Bleistaub zu saugen resp. entsorgen war. Auch wenn der Neubau erstmal gebaut werden musste – wobei der nach mittlerweile sieben Jahren eifrigen Bewohnens nur noch fast neu ist. Und auch wenn oder gerade weil auf einem der täglichen Plena erstmal der feministische Antrag diskutiert (und abgelehnt) wurde, das gesamte Gelände in Gretha umzutaufen: Es herrscht die schiere Gretherrlichkeit! Wo andre sich erst klar machen zum Ändern, wird hier das Ändern längst gelebt! Man kennt sich, man mag sich, man schenkt sich sogar das Flaschenpfand. Da weckt dich kein hanebüchener Gockel, sondern eine vorsintflutliche Druckmaschine. Dazu ein tiefer gelegter Mantra-Chor aus dem Bewegungsraum – schon schlagen die Chakren höher. Denn hier wird nicht nur urbanbrechend günstig gehaust, hier wird traditionell auch geschafft – für Kleingeld oder kein Geld, für alle oder manche. Kein ‚Entweder oder‘ mehr, sondern weder ‚Ent‘ noch ‚oder‘. Wohnen und Arbeiten in einem, da weiß man, was man hat: Guten Tag! (Und falls irgendwann Mantra-Chor und Druckmaschine Ruhe geben, auch gute Nacht.)