Grether West

Vermutlich hätte unser Haus in seiner Entstehungszeit der gestrengen Prüfung der Syndikats-MV nicht standgehalten: Mit irgendwie stillschweigender Duldung der Stadt Freiburg begann die Grether Baukooperative mit dem Umbau der ehemaligen Maschinenhalle der Grether Fabrik in Wohn- und Gewerberäume. Mit Privatdarlehen in Höhe von 500.000 DM, ohne Bankkredit – und ohne Kaufvertrag.
Nach Baubeginn 1983 hat die Baukoop fast 5 Jahre mit der Stadt Freiburg um die sozialen Festschreibungen im Erbpachtvertrag gerungen, bevor nach Unterzeichnung endlich auch Wohnbaufördermittel beantragt werden konnten.
In zehnjähriger Bauzeit füllte sich das Haus nach und nach mit einem bunten Gemisch aus BewohnerInnen, Initiativen und Kleingewerbe; in der Bauküche brüteten die Baukoopler weiter über Bauplänen und über der Idee, einen Solidartranfer für neue Hausprojekte zu organisieren.
Inzwischen finden sich hier auch das Freie Radio Dreyeckland, Strandcafe, Mini-Rasthaus mit Medinetz und das Syndikatsbüro. Unser Projekt geht mit gutem Beispiel dafür voran, daß ein Haus nie fertig wird: vor zwei Jahren haben wir ein neues Dach bekommen und die ersten Bäder sind auch schon wieder fällig.
Auch die lange Geschichte des Erbpachtvertrags findet einen neuen Anfang: Jetzt möchten wir die Stadt überzeugen, uns das Grundstück zu verkaufen…